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Über mich
Mein Hund Blacky führte mich zum Beruf der Hundetrainerin. Blacky holte ich als erwachsenen Hund aus einem Tierheim. Er stellte mich vor eine Reihe von Herausforderungen: Er ist groß und stark, war damals komplett unerzogen, jagte Wild und Katzen wie die buchstäbliche Sau, hatte keinerlei Schwierigkeiten damit mich umzureißen und ein gewaltiges Problem mit anderen Hunden beiderlei Geschlechts. Wir konsumierten klassische Hundeerziehung, lernten alle Regeln von Dominanz und Unterordnung: Blacky ging nie als erster durch die Tür, ich begann und beendete jedes Spiel, jeden Körperkontakt, begab mich nie auf sein Niveau, er bekam sein Futter nachdem wir gegessen hatten. Auf dem Hundeplatz konnten wir perfekt „Fuß“ gehen, wir beherrschten die engsten Wendungen, das „Sitz“ und „Platz“ aus der Bewegung aber.... unsere Probleme löste das nicht. Meine Beziehung zu meinem Hund war anstrengend, dauernd musste ich nachdenken, was ich jetzt wieder nicht tun sollte und durfte, um unsere Hierarchie nicht in Frage zu stellen und wenn Blacky einen anderen Hund sah, war es vorbei mit Gehorsam. Durch die Zusammenarbeit und Freundschaft mit Clarissa von Reinhardt lernte ich, wie ich den Umgang mit meinem Hund verändern und dabei unsere Probleme auf ein Maß reduzieren konnte, das uns beiden ein akzeptables Zusammenleben ermöglicht.
Aduke, Juve, Yuma, Blacky, Gina
(Burzel fehlt im Bild) Ich achte seit damals nicht mehr darauf als erster durch die Tür zu gehen, freue mich über Körperkontakt den mein Hund bei mir sucht. Er bekommt sein Futter zu seiner Zeit, egal ob ich vorher gegessen habe oder nicht. Blacky hat gelernt, dass man an anderen Hunden in einigem Abstand auch vorbeigehen kann und lebt heute in einer Hundegruppe mit zwei Mädels und zwei Buben: Gina, eine junge Colliehündin, hat ihr erstes halbes Lebensjahr bei Drogensüchtigen verbracht, die sie im Drogenrausch regelmäßig misshandelten, tagelang wegsperrten und schlussendlich mit dem Messer attackierten. Der Tierschutzverein Häuser der Hoffnung kaufte die Hündin frei und Gina wurde Blackys erste Lebenspartnerin. Juve, unsere alte Colliedame, wurde zunächst im Straßengraben entsorgt, gelangte von dort in´s Kremser Tierheim, wo ich mich sofort in sie verliebte und so fand sie im Juni 2006 von dort aus den Weg zu uns nach Hause, wo sie bis Ende September 2009 mit uns lebte. Aduke, eine ganz arme Socke, die viele Jahre von einem Massenvermehrer in einem Stall gehalten, dort geschlagen, getreten und massivst verängstigt wurde, bis Collie in Not sie im Sommer 2006 freikaufte und mein Mann und ich beschlossen, ihr ein Zuhause und ein Leben zu geben. Yuma, ein junger Colliemischling aus einer ungarischen Tötungsstation bereichert seit Anfang 2008 unser Leben und wirbelt unsere Truppe so richtig auf.
Burzel, ein blinder, zum Zeitpunkt der Übernahme fast tauber, an Hodentumoren erkrankter und extrem abgemagerter zehnjähriger Colliemischling lebt seit Februar 2009 in unserer Familie als Dauerpflegehund. Burzel ist ein Hund meines Tierschutzvereins Tier-reich, der mir von Collie in Not an´s Herz gelegt wurde und den wir in kürzester Zeit bei uns integriert haben. Blacky führt unsere private Hundegruppe souverän, umsichtig, geduldig und liebevoll an. Daneben hat er mittlerweile eine ganze Reihe von weiteren Hundefreunden. Er fungiert regelmäßig als Trainings- assistent, sogar bei schwierigen Hündinnen und ist ein hervor- ragender Welpensitter. Blacky ist einfach genial, ein Traum von einem Hund und es vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht beeindruckt.
Die Trainerausbildung bei animal Learn, die vielen Stunden mit Clarissa von Reinhardt und weiter- bildende Seminare bei Trainern und Hunde- experten aus aller Welt haben mich gelehrt, Hunde und ihre Sichtweise der Welt besser zu verstehen. Ja, es ist wichtig, einen Hund zu führen, ihm die Grenzen seiner Freiräume zu zeigen und ihn in die Gesellschaft einzuordnen. Dazu braucht es keine Gewalt, keinen Starkzwang und keine Unterdrückung des Hundes. Einen Hund zu führen bedeutet souverän zu sein, klare Vorgaben zu geben, konsequent und vorhersehbar zu sein, in wichtigen Fragen zu entscheiden und für den Hund da zu sein, ihn zu schützen. Führung bedeutet NICHT, den Hund klein zu halten, ihm Selbstvertrauen und Eigenständigkeit zu nehmen und Kadavergehorsam einzufordern. DAS habe ich gelernt und dabei erfahren, dass auf diese Art meine Beziehung zu Hunden viel, viel besser funktioniert.
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