Ich suchte nach einem passenden Namen für die Hündin, wollte damit ein Signal geben. So fand ich den afrikanischen Namen "Aduke", er kommt aus Nigeria und bedeutet "sehr geliebt" – genau das, was dieser Hündin ein Leben lang gefehlt hat. Aduke war die ersten drei bis vier Wochen nur körperlich bei uns anwesend. Ihre Seele befand sich in einer anderen Welt, sie war völlig abgetaucht. Wir gewöhnten sie an einen Liegeplatz im Wohnzimmer – unser Hauptaufenthaltsraum. Alle Türen blieben geöffnet, um ihr zu signalisieren, dass sie nicht gefangen war, sondern jederzeit gehen konnte. Ich schlief in den ersten Nächten bei ihr am Boden, alle anderen Hunde rund um uns (zum Teil auf dem Sofa ☺). Aduke bewegte sich in unserer Anwesenheit nicht, fraß nicht, nahm kein Wasser auf.
Ich trainierte mit ihr das Ritual ein, ihr immer Bescheid zu sagen, wenn ich ging. Mit der Wiederholung über etwa sechs Wochen begann sie sich darauf zu verlassen und kam heraus. Wir beschlossen, Aduke rasch kastrieren zu lassen, zum Einen wollte ich ihr eine Pyometra ersparen, wie Juve sie erlitten hatte, zum Anderen sollte Blacky nicht durch die Anwesenheit einer läufigen Hündin im selben Haushalt gequält werden. Norbert und ich waren dabei als Aduke einschlief, wir waren so rechtzeitig wieder bei ihr, dass wir beim Aufwachen "ihre Pfote hielten". Die sorgfältig geplante und durchgeführte Operation führte zu keinerlei Rückschritt in ihrer Verhaltensentwicklung. Die Tierärztin stellte fest, dass Adukes Bauchfell gerissen war – das Ergebnis harter, spitzer Fußtritte, ihre Gebärmutter war brüchig und spröde, sie musste sehr oft trächtig gewesen sein.